Ausstellung „Und Frieden aller Welt gebracht“


Die Ausstellung fand im Rahmen des laufenden Russlandjahres in Deutschland und des Deutschlandjahres in Russland statt. Der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der Russischen Föderation, Wladimir M. Grinin, hatte während der Eröffnung die Gelegenheit betont, "einige jener positiven Episoden der tausend-jährigen gemeinsamen Geschichte von Russen und Deutschen vor Augen zu führen, welche die Grundlage für die heutige enge strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern bilden".

Zahlreiche Angehörige unseres Stammpublikums folgten der Einladung, nahmen an drei Tagen an den Führungen teil, sahen mit grossem Interesse Darstellungen zu den Eckpunkten der europäischen Diplomatie und des preußisch-russischen Bündnisses im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts und führten angeregte Gespräche.

Sämtliche Exponate wurden hier zum ersten Mal seit 200 Jahren einer breiten Öffent-lichkeit gezeigt, darunter Ölgemälde, Grafiken aus verschiedenen europäischen Ländern, Uniformen, Waffen, Karten und historische Episteln, politische Karikaturen und Volksbilderbögen, seltene Blätter deutscher Künstler.

Viele Besucher hatten so Gelegenheit, zum ersten Mal die repräsentativen Säle der Botschaft zu betreten auf dem Grundstück, das 1837 vom Ehrenbürger der Stadt Berlin und Zaren von Russland, Nikolaus I., Bruder von Alexander I., erworben worden ist.

Als Alexander Puschkin schrieb: "Noch hört man fern im Land noch Donner dröhnen und Moskau ist noch stumm wie Steppen in der Nacht, doch er hat seinem Feind statt Rache nur Versöhnen und Frieden aller Welt gebracht", konnte er nicht wissen, dass dieser Frieden schon bald Raum für grosse revolutionäre Bewegungen und Ereignisse bieten würde, dass er jedoch auch genutzt werden würde zur Vorbereitung des nächsten Krieges gegen Frankreich, zur Ausrufung des ersten deutschen Kaiserreichs mit drohenden Machtgebärden und furchtbaren Folgen.

Der Besuch gab Impulse zum Weiterdenken, zum weiterführenden Disput, zur Auseinandersetzung mit der deutschen und europäischen Geschichte bis in unsere Zeit. Es wurde daran erinnert, dass Karl Marx 1844 geschrieben hat: »Wir haben nämlich die Restaurationen der modernen Völker geteilt, ohne ihre Revolutionen zu teilen.«

Friedrich Engels hat sich bekanntlich in seiner Broschüre »Deutsche Zustände« mit der "Janusköpfigkeit dieses Befreiungskrieges" auseinandergesetzt und nachgewiesen, wie die Massen um die versprochenen Früchte ihres Kampfes betrogen worden sind.

Unseren Ausstellungsbesuch sehen wir als Anstoß zu weiteren Veranstaltungen mit Künstlern, Schriftstellern und Historikern, die die Ereignisse seit der Wende zum 19. Jahrhundert beleuchtet und analysiert haben - den Wert des Gedenkens und zugleich den Mißbrauch seit zweihundert Jahren.






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